Ausgangslage
Verwaltung, kritische Infrastruktur und Forschung in Europa laufen ueberwiegend auf Betriebssystem-, Cloud- und KI-Stacks, die anderswo entworfen, lizenziert und betrieben werden. Das erzeugt Komfort - aber auch Abhaengigkeit bei Preisen, Update-Politik, Datenzugriff und Exportregeln.
Generative KI verschaerft die Lage: leistungsfaehige Assistenz braucht Zugriff auf persoenlichen und institutionellen Kontext. Wer diesen Kontext dauerhaft in fremde Clouds gibt, gibt Steuerung ab - das ist die dokumentierte Ausgangsanalyse der publizierten Personal-Server-Studie (DOI 10.5281/zenodo.20685318).
Was ein eigenes Fundament realistisch leistet
Berlionum behauptet nicht, etablierte Betriebssysteme oder grosse Clouds kurzfristig zu ersetzen. Realistisch ist ein schmaler, ehrlicher Beitrag: eine offen dokumentierte Kodierungs- und Sprachebene, lauffaehige Referenzimplementierungen zum Nachpruefen und lokale KI-Assistenz als Arbeitsmodus.
Souveraenitaet ist dabei ein Prozess, kein Schalter: Abhaengigkeiten werden schrittweise dort reduziert, wo eigene Kontrolle am meisten wert ist - Daten, Identitaet, Schluessel und die Faehigkeit, die eigenen Systeme zu verstehen.
Der offene Weg
Die Publikationsstrategie folgt dem RISC-V-Vorbild: Spezifikation offen, Name schuetzbar. Das 10-von-16-Schema ist als Defensive Publication mit DOI datiert - niemand kann es nachtraeglich patentieren und dagegen blockieren.
Zugleich gilt eine dokumentierte Trennregel: die Sprach- und Referenz-Ebene ist offen, konkrete Hardware-Verfahren werden erst veroeffentlicht, wenn die Schutzfrage geklaert ist. Anschluss an europaeische Initiativen ist als Partner gedacht, nicht als Alleingang.
Ehrliche Grenzen
Der Stand ist Forschungs- und Prototyp-Niveau: die Dezimal-ISA liegt als reine Software-Referenz bei TRL 2-3, es existiert keine eigene Hardware, kein produktives Betriebssystem und kein Produkt. Wer heute volle digitale Souveraenitaet verspricht, uebertreibt - dieser Stand ist bewusst kleiner und dafuer belegbar.
Was es heute gibt: publizierte, zitierbare Grundlagen (Publikationen), lauffaehige Bausteine und eine falsifizierbare Forschungsfrage (Zehn von Sechzehn).